Huckauf

“Wandersmann, oh sei bedacht, hier spukte es um Mitternacht! Die Chronik schreibt davon die G’schicht vom Huckauf bei der Katzenficht.”

 

Der Huckauf ist ein Geisterwesen aus dem Sagenschatz des deutsch-tschechischen Grenzgebiets. Die Sage aus Asch erzählt von einem seltsamen Männlein (äußerlich erinnert es an eine Raubkatze), das Menschen, die an der Katzenfichte vorübergingen, auf den Buckel sprang. Die ganze Geschichte könnt ihr euch auf Tschechisch als Audio-Version anhören oder eine gekürzte Version auf Deutsch als Text lesen (siehe unten).

Ilustrace: Roland Havran
 

Unter den Bewohnerinnen und Bewohnern von Asch ist der Huckauf bis heute lebendig. Falls euch dieses Wesen jetzt interessiert oder bereits in seinen Bann gezogen hat, könnt ihr euch von Rawen (Roland Havran) (tsch. havran = dt. Rabe), einem hervorragenden Künstler, sogar ein T-Shirt mit dem Huckauf auf dem Rücken bestellen: https://www.t-shock.eu/cs/tricko-s-potiskem/nahrbetskoc-huckauf.

 

Das Museum Asch produzierte in Zusammenarbeit mit David Nushart ein Hörbuch mit 25 ausgewählten Sagen aus der westlichsten Ecke der Tschechischen Republik. Die Sagen werden von berühmten tschechischen Schauspieler*innen gelesen wie Ondřej Vetchý, Vlastimil Zavřel, Arnošt Goldflam, Vladimír Javorský und Zlata Adamovská.Mehr über das Hörbuch findest du hier: https://www.muzeum-as.cz/asske-povestiDie Audioversion der Sage über den Huckauf auf Tschechisch: https://www.muzeum-as.cz/content/files/povesti/25-KOCICI-SMRK.mp3 (es liest Zlata Adamovská).MVTV (reginaler TV-Sender): https://www.youtube.com/watch?v=d0PO1BCwolw

 

Die Sage

 

Eines Tages kehrte ein Bauer nach Hause zurück, der gerade sein krankes Pferd hatte notschlachten müssen. Er hatte bereits einen langen Weg hinter sich und als er sich gerade beschwerlich einen Berg hinaufschleppte, kam er an einem Baumstumpf vorüber, an dessen Stelle zuvor die mächtige Katzenfichte gestanden hatte. Der Bauer warf einen flüchtigen Blick auf den Baumstumpf und - ! Auf ihm saß ein gräuliches Männlein, das den Bauern leise beobachtete! Dem Bauern lief es eiskalt den Rücken hinunter, er wusste nicht, was er tun sollte. Also grüßte er das Männlein. Dieses antwortete jedoch nicht. Nach einer Weile entgegnete es dem Bauern: „Sei nicht so erstaunt, dass ich dich nicht zurückgegrüßt habe, wir beide werden uns noch heute wiedersehen!“ Der Bauer nahm die Beine in die Hand und rannte nach Hause, wo er alles seiner Frau berichtete. Nachts wurde die Frau vom Wehklagen des Bauern geweckt – als sie Licht machte, sah sie, dass seine Bettdecke auf- und abflog, ihr Mann nach Luft schnappte und klagte, dass Männchen säße ihm auf der Brust. Dasselbige ereignete sich in dieser Nacht um ein weiteres Mal, doch die Frau konnte kein Männchen sehen. In den folgenden Nächten wechselten sich die Nachbarn ab, um den Schlaf des Bauern zu bewachen. An der Katzenfichte wagte sich niemand mehr vorbeizugehen. Nach ein paar Jahren kam ein Betrunkener vorbei, der das Männlein (bei dem es sich offenbar um den Geist eines Papierfabrikanten handelte, der einen Stein gestohlen hatte) von dem Fluch befreite – er sagte ihm, es solle den Stein dorthin zurücklegen, woher es ihn genommen hatte. Von dieser Zeit an herrscht an der Katzenfichte Ruhe.
 

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